Frequently Asked Questions

Mit dem Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsgesetz 2010 (ElWOG 2010) wurde für die Einführung intelligenter Messgeräte in Österreich die gesetzliche Basis geschaffen. Drei Ausführungsverordnungen sind in der Zwischenzeit erlassen worden. Es handelt sich dabei um die „Intelligente Messgeräte-AnforderungsVO 2011(IMA-VO)“, die „Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO)“ und um die „Datenformat- und VerbrauchsinformationsdarstellungsVO 2012 (DAVID-VO)“.

In den hier angeführten Frequently Asked Questions (FAQ) wird der Themenkreis Smart Meter zusammengefasst. Die gesammelten Fragen und Antworten werden laufend ergänzt und spiegeln den gegenwärtigen Stand der Umsetzung und Diskussionen wider.

Allgemeines

Was sind Smart Meter (Intelligente Zähler)?

Smart Meter (intelligente Messgeräte) sind elektronische Zähler, die den Energieverbrauch messen, über eine Kommunikationsanbindung verfügen und einmal täglich den Verbrauchswert zum Netzbetreiber senden. Auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden können einmal pro Tag Messwerte in 15 Minuten Intervallen übertragen werden.

Gegenüber den derzeit verwendeten Geräten zur Messung des Stromverbrauchs verfügen Smart Meter beispielsweise über eine Reihe neuer Funktionen auf Basis der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen:

 

Warum werden Smart Meter installiert?

Langfristiges Ziel von Smart Metering ist die Reduktion des Energieverbrauchs und der mit der Energieerzeugung verbundenen CO2-Emissionen. Durch das Sichtbarmachen des aktuellen Stromverbrauchs sollen Kunden Strom bewusster und damit sparsamer einsetzen können. Damit sollen Verbrauchsspitzen reduziert und der Stromverbrauch über den Tag gleichmäßiger verteilt werden, was dazu führt, dass weniger Kraftwerke gleichzeitig Strom liefern müssen.

Durch einen genauen Überblick über Verbrauchsverläufe und -gewohnheiten werden Einsparpotentiale für den Kunden sichtbar gemacht. Die wesentlichen Ziele des Smart Metering sind:

 

Rechtliche Grundlagen

Im Jahr 2009 haben alle EU-Staaten gemeinsam beschlossen, dass intelligente Messgeräte (Smart Meter) bis 2020 in Europa eingeführt werden. In Österreich wurde vom Wirtschaftsminister festgelegt, dass bis Ende 2019 mindestens 95% aller Zählpunkte mit dieser Technologie ausgestattet werden müssen.

Die Einführung basiert im Wesentlichen auf den nachfolgenden rechtlichen Regelungen:

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website der E-Control

Wie unterscheidet sich der Smart Meter vom herkömmlichen Ferrariszähler?

Im Gegensatz zum bereits seit Jahrzehnten eingesetzten Ferrariszähler besitzt der intelligente Stromzähler keine mechanisch bewegten Teile. Der neue Stromzähler ähnelt einem kleinen PC mit Display. Er verfügt über eine Kommunikationsanbindung und kann dabei sowohl Daten empfangen, als auch an den Netzbetreiber senden. Elektronische fernauslesbare Messgeräte werden in Gewerbe- und Industriebetrieben bereits seit über 15 Jahren standardmäßig eingesetzt.

Wann werden Smart Meter eingeführt?

Die Einführung der intelligenten Stromzähler erfolgt über den Verteilernetzbetreiber anhand von technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Die intelligenten Stromzähler werden aus organisatorischen und technischen Gründen regionsweise eingebaut. Bis 2019 müssen aufgrund der intelligenten Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) in Österreich 95 % der Haushalte mit einem intelligenten Stromzähler ausgerüstet sein. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der E-Control.

Der genaue Zeitplan für den Zählerwechsel wird vom jeweiligen Verteilernetzbetreiber individuell festgelegt.

Wie läuft der Zählerwechsel ab?

Wie erfahren die Kunden, dass sie einen neuen Zähler erhalten?

Der Kunde erhält von seinem Netzbetreiber zeitnah (in der Regel vier bis sechs Wochen vorher) einen Brief über die geplanten Maßnahmen, in dem ein Zeitfenster für die Installation genannt wird. Ist der Kunde nicht zu Hause und der Zähler frei zugänglich (z.B. in einem gemeinsamen Zählerraum), erfolgt der Tausch in Abwesenheit des Kunden. Ist der Zähler nicht zugänglich, wird der Kunde ersucht, mit dem Netzbetreiber hinsichtlich Terminkoordinierung Kontakt aufzunehmen.

Muss für die Installation des neuen Zählers etwas umgebaut werden?

Der neue elektronische Stromzähler wird am Platz des alten Zählers installiert. Der Tausch dauert üblicherweise nur ca. 30 Minuten, wobei es zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Stromversorgung kommen kann. Durch den Zählertausch fallen im Normalfall weder Staub noch sonstige Verschmutzungen an. Weitere Umbauten sind in der Regel nicht notwendig.

Was können Kunden machen, die keinen Smart Meter möchten?

Das Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz (ElWOG)  enthält eine so genannte Opt-Out-Regelung. In Falle eines Opt-Out-Wunsches werden jedenfalls die Aufzeichnung und Übertragung der 15 Minuten Verbrauchswerte im Zähler deaktiviert. Dies wird am Gerät angezeigt. Somit handelt es sich nicht mehr um einen Smart Meter, sondern um einen digitalen Standardzähler. Kunden können sich gegen einen Smart Meter entscheiden, allerdings nicht gegen die Installation eines neuen digitalen Standardzähler an sich.

Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass für die Inanspruchnahme von speziellen Tarifmodellen (z.B.: Doppeltarif für Wärmepumpen) ein Opt-Out nicht möglich ist. Dafür ist der volle Funktionsumfang eines Smart Meters Voraussetzung.

Es wird darauf hingewiesen, dass ohne Smart Meter ein detailliertes  Energieverbrauchsmonitoring für Kunden nicht möglich ist.

 

Rund um den Zähler

Zulassung und Eichung

Der Zähler besitzt sowohl eine europäische Zulassung als auch eine österreichische Zulassung durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV). Auf Basis dieser Zulassungen werden alle Zähler geeicht, mit einer Eichplombe versehen und erfüllen damit die geforderte Messgenauigkeit. Erst dann dürfen sie in Kundenanlagen eingesetzt werden.

Sind die Zähler geeicht, und für welchen Zeitraum gilt das?

Elektronische Stromzähler haben in Österreich acht Jahre Eichfrist. Der Zähler verliert somit nach acht Jahren im Netz seine Eichgültigkeit und muss getauscht werden. Diese Zähler können nachgeeicht und für weitere acht Jahre im Netz eingesetzt werden. Alternativ dazu besteht auch die gesetzliche Möglichkeit der sogenannten dynamischen Eichfristenverlängerung: Zähler werden zu Gruppen zusammengefasst. Vor Ablauf der Eichgültigkeit wird eine Stichprobe aus der Gruppe gezogen. Bestehen die Zähler der Stichprobe diese Eichprüfung, können alle Zähler dieser Gruppe für weitere fünf Jahre im Netz eingesetzt bleiben.

Welche Daten werden vom Smart Meter an den Netzbetreiber übertragen?

Es werden einmal täglich gesammelt nur jene Daten übertragen, welche für die Abrechnung und Verbrauchsinformation der Kundenanlage erforderlich sind. Grundsätzlich sind dies Tageszählerstände.

Nur bei vertraglicher Verpflichtung wie z.B.: Mehrfachtarif oder ausdrücklicher Zustimmung des Kunden, werden zusätzlich einmal täglich die gesammelten 15-Minuten-Verbrauchswerte übertragen.

Wie oft werden die Verbrauchsdaten übertragen?

Entsprechend der rechtlichen Grundlagen werden die Verbrauchsdaten einmal täglich ausgelesen, und dem Kunden am Folgetag im Web-Portal des Netzbetreibers individuell zur Verfügung gestellt.

Einmal pro Monat werden diese Daten dem betreffenden Energielieferanten für die Abrechnung und die Erstellung der gesetzlich vorgeschriebenen Stromkosten- und Verbrauchsinformation übermittelt.

Je nach Tarif und Kundenwunsch sind dies 15-Minuten-Verbrauchswerte oder Tagesverbrauchswerte.

Wer hat Zugriff auf die Verbrauchsdaten?

Der Netzbetreiber darf Daten nur aufgrund der gesetzlichen Verpflichtungen oder einer ausdrücklichen Zustimmung des Kunden auslesen und verarbeiten. Zugriff auf diese Daten hat nur der Kunde selbst über das Web-Portal. Eine Weitergabe der Daten durch den Netzbetreiber erfolgt –wie bisher- ausschließlich an den jeweiligen Energielieferanten und auf Basis der gesetzlichen Vorgaben für die Verrechnung bzw. die Stromkosteninformation. Der Kunde entscheidet selbst, wem er darüber hinaus diese Daten zur Verfügung stellen bzw. weitergeben möchte.

Display

Smart Meter sind mit einer Anzeige ausgestattet, die standardmäßig zumindest den aktuellen Zählerstand anzeigt. Auf das ausdrückliche Verlangen des Kunden ist es möglich, in der Vergangenheit (bis zu 60 Tage) zurückliegende Zählerstände anzuzeigen. Diese Funktion ist bei einem Wohnungswechsel daher erst nach 60 Tagen verfügbar. So kann kein Kunde die Verbrauchsdaten eines Vormieters abrufen.

Datenschutz und Sicherheit

Kunden können auch bei dieser neuen Zählertechnologie - wie bisher - auf den Schutz ihrer Verbrauchsdaten vertrauen.

In den laufenden Entwicklungen des Smart Metering Systems werden alle Aspekte, die den Datenschutz und die Datensicherheit betreffen, mitberücksichtigt und hierfür erforderliche Maßnahmen umgesetzt. Bei Oesterreichs Energie wurde von den Netzbetreibern in Zusammenarbeit mit IKT-Sicherheitsexperten ein umfassendes Papier erarbeitet und abgestimmt, welches die Grundlage für die Errichtung und den Betrieb von Smart Metering in Österreich darstellt.

Die Erhebung von Messdaten durch einen Smart Meter unterliegt, wie jede andere Datenanwendung, den Rechtsvorschriften des Datenschutzgesetzes. Die Einhaltung wird durch den Netzbetreiber gewährleistet!

Auch der Netzbetreiber selbst darf die Verbrauchsdaten nur für die gesetzlich definierten Zwecke (beispielsweise die Abrechnung) heranziehen.

Gesundheit und Umwelt

Verursachen intelligente Stromzähler Elektrosmog und/oder Strahlenbelastung?

Nach heutigem Kenntnisstand kann eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder Gefährdung von Personen durch Signale der Schmalband-Powerline-Technologie, Datenübertragung via Stromnetz (engl.: PLC-Power Line Communication), ausgeschlossen werden.

Die von der Weltgesundheitsorganisation vorgegebenen und in Österreich in der ÖNORM E 8850 ausgewiesenen Vorsorgegrenzwerte werden bei weitem unterschritten und damit eingehalten.

Im Gegensatz zu einer Datenübertragung mittels PLC senden Smart Meter mit Funkmodulen ihre Daten über Funknetze zum Netzbetreiber. Bei einer solchen Übertragung entspricht dies in etwa einer zusätzlich gesendeten SMS pro Tag. Die elektromagnetische Zusatzbelastung ist daher äußerst gering.

Gibt es Beeinflussungen anderer Geräte?

In sehr seltenen Fällen kann es zu Beeinflussungen von einzelnen elektronischen Geräten kommen. In diesem Falle wird gebeten, mit Ihrem Netzbetreiber Kontakt aufzunehmen.

Kosten und Tarife

Welche Kosten entstehen mir durch den Zählertausch?

Der Zählertausch ist für die Kunden mit keinerlei Zusatzkosten verbunden. Die Umstellung wird durch das Messentgelt und die Netztarife bezahlt, welche wie gewohnt eingehoben werden. Die Netztarife werden von der Regulierungsbehörde E-Control per Verordnung festgelegt und Höchstpreise für die Messentgelte bestimmt.

Wie funktioniert ein intelligenter Stromzähler?

Der intelligente Stromzähler besitzt - im Gegensatz zum bislang gängigen Ferrariszähler - keine mechanisch bewegten Teile. Ein Smart Meter besitzt eine Kommunikationsanbindung und kann sowohl Daten empfangen, als auch an den Netzbetreiber senden. Die Datenübertragung – von Netzbetreiber bis zum Zähler - erfolgt über eine vom EW Kindberg bereit gestellte Infrastruktur.

Bis wann werden die Anlagen umgestellt?

Der großflächige Zählertausch soll im Versorgungsnetz des EW Kindberg bis 2022 abgeschlossen sein.

Wie lange hält ein intelligenter Stromzähler?

Intelligente Stromzähler haben in Österreich acht Jahre Eichzeit. Smart Meter verlieren also nach acht Jahren im Netz die Eichgültigkeit und müssen getauscht werden. Diese Zähler können nachgeeicht und für weitere acht Jahre im Netz eingesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit des sogenannten „qualifizierten Stichprobenverfahrens“. Dabei werden Zähler zu Gruppen zusammengefasst. Vor Ablauf der Eichgültigkeit wird eine Stichprobe aus der Gruppe gezogen. Bestehen die Zähler der Stichprobe die gesetzlich definierte Qualitätsprüfung, können alle Zähler dieser Gruppe für weitere fünf Jahre im Netz eingesetzt bleiben.

Sind Umbaumaßnahmen bei der Installation nötig?

Der neue, elektronische Stromzähler wird am Platz des alten Zählers installiert. Der Tausch dauert üblicherweise nicht länger als 30 Minuten.

Wie erfährt man vom Installationszeitpunkt?

Der Kunde erhält einen Brief über die geplanten Maßnahmen, in dem ein Zeitfenster für die Installation genannt wird. Ist der Kunde nicht zu Hause und der Zähler ist frei zugänglich, erfolgt der Tausch in Abwesenheit des Kunden. Ist der Zähler nicht zugänglich und der Kunde nicht zuhause, wird eine Karte mit der Bitte um Rückruf und Terminvereinbarung hinterlegt.

Wie erfolgt beim Smart Meter die Ablesung?

Mit den bisher üblichen Ferrariszählern muss der Energieverbrauch auf Basis der Differenz des Zählerstandes zur letzten Ablesung errechnet werden. Durch den Einsatz von intelligenten Stromzählern wird der Verbrauch in einem bestimmten Zeitintervall (z.B. stündlich, täglich) über Fernkommunikationswege in das zentrale IT-System des EW Kindberg übertragen. Es ist also keine Ablesung bzw. Selbstablesung mehr erforderlich.

Wie hoch ist das Energieeinsparungspotential?

Die genaue Übersicht über den Verbrauch, die durch den Einsatz von intelligenten Stromzählern möglich ist, erlaubt es den Verbrauchern ihren Energieverbrauch bewusst zu steuern und Energiefresser im Haushalt zu identifizieren.

Derzeitige Schätzungen gehen von einer möglichen Stromersparnis von drei bis fünf Prozent aus. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit drei Personen würde das ein Einsparungspotenzial von etwa 30 Euro pro Jahr bedeuten. Dieses Einsparungspotential ist abhängig von den jeweilig angebotenen Tarifen des gewählten Energieversorgers.

Welche Daten werden an das E-Werk Kindberg übertragen?

Es werden alle Daten, welche für die Abrechnung und Verbrauchsinformation der Kunden erforderlich sind, übertragen. Es werden keine persönlichen Daten wie etwa Name oder Adresse des Kunden übertragen. Für die Auslesung des 15 Minuten Lastprofils braucht es die ausdrückliche Zustimmung des Kunden!

Wie werden die Daten geschützt?

Es werden alle Daten gemäß dem Datenschutzgesetz verarbeitet. Sie werden nur in jenen Datenbanken gehalten, die für die Verrechnung, für die Verbrauchsdarstellung und technische Zwecke benötigt werden. Die Weitergabe erfolgt nach strengen Kriterien gemäß den vorgegebenen Bestimmungen.

Sind aus den Daten private Informationen erkennbar?

In Österreich dürfen Daten nur in einem Intervall von 15 Minuten im Zähler erfasst werden. Diese müssen einmal täglich an den Netzbetreiber übertragen werden. Ohne Zustimmung der Kunden wird jeweils maximal nur ein Tagesverbrauchswert ausgelesen, der keinerlei Rückschlüsse auf das Verbrauchsverhalten zulässt.

Entsteht Elektrosmog und/oder Strahlenbelastung?

Die elektromagnetischen Emissionen eines Smart Meter betragen einen Bruchteil des von anderen elektronischen Geräten produzierten Elektrosmogs, die häufig verwendet werden (z.B. Handy, WLAN). Darüber hinaus sendet der Zähler nicht permanent, sondern nur, wenn Daten übertragen werden (einmal pro Tag).

Was ist möglich, wenn man keinen Smart Meter haben will?

Die Novellen zum Elektrizitätswirtschafts- und organisationsgesetz (ElWOG) und Gaswirtschaftsgesetz (GWG), die am 6. August 2013 in Kraft traten, enthalten eine so genannte Opt-out-Regelung. Kunden können sich damit gegen die Funktionalitäten eines Smart Meters entscheiden, allerdings nicht gegen die Installation eines digitalen Standardzählers an sich.

Auf diese Weise würde die häufige Übermittlung von Verbrauchsdaten, die mit einem Smart Meter möglich ist, unterbunden; die Daten würden wie bei einem mechanischen Zähler nur einmal jährlich an den Netzbetreiber übermittelt werden.

 

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